Unsere Winzer für ein Jahr
Sechs Kultur-und Weinbotschafter aus Rheinhessen, zwischen Pfeddersheim und Mainz, haben in Kooperation mit 6 Winzern überlegt, geplant und schließlich begonnen, was ein Erfolg werden konnte. Ziel, dieser Idee ist es Menschen für Rheinhessen zu begeistern, den Wein der Winzer kennenzulernen, indem sie selbst „Hand anlegen“. Einer unserer Teilnehmer kam aus Hannover, andere über den Rhein, weitere direkt aus Pfeddersheim.
Im März 2018 waren sie erstmalig unterwegs DIE WINZER FÜR EIN JAHR und der aufmerksame Hunde- Gassi -Führer, plus der Samstagmorgen Walker mochten erstaunt sein, wer sich da im Rebschnitt übte.
Schon im Vorfeld musste unser Winzer Uli Goldschmidt sich sagen lassen, dass er jetzt auch vergesslich wird, da er eine Zeile im Wingert übersehen hatte. „Nein“ rief er eilig und lachend den aufmerksamen Ortskundigen zu. „Das bleibt für den 17. März stehen, da kommen Leute vorbei, die über die Herstellung von Wein mehr wissen wollen, denen die Erkenntnis nicht reicht „oh, der Wein schmeckt lecker.“
Die Zeit verging nicht schnell genug, doch endlich war es Juni und das 2. Treffen stand an. Jeder Winzer konnte entscheiden, was er den Interessierten erklärt und orientierte sich dabei an den Begebenheiten in seinem Weinberg. Während der Hitze und der heftiger Sonneneinstrahlung, wurden in der Jungweinanlage die zarten Triebe angebunden. An diesem Mittag waren alle überglücklich, denn es standen Spargel und Co, samt kühlem Silvaner bereit. Unter einem alten Baum mit viel Schatten genossen wir das fantastische Mahl, von der Winzerin Elke zubereitet.
Was ist eine Grüne Lese? Warum bekommen Reben Sonnenbrand? Was ist Trockenstress? Uli Goldschmidt ist ein strahlender Erzähler mit Geduld und Fachwissen ausgestattet. Im Juli profitierten die „Winzer auf Zeit“ erneut von diesen Tugenden und gingen beherzt in das Reebenmeer, um da Laub zu entfernen, wo die Sonne den Trauben am Anfang der Tages nicht gefährlich werden kann und achteten darauf, dass es schützend erhalten bleibt, wo die Strahlen in der Mittagszeit Gefahr ( Sonnenbrand) für die Trauben bedeuten können.
Erntezeit! Bereits seit August wurde gelesen. 2018 wird zum Ausnahmejahr mit hervorragender Qualität des Lesegutes. Die Lese von Beeren des Weißburgunders, war eine einzige Freude. Nichts machte uns an diesem Oktoberabend mehr glücklich als 5 Liter Traubensaft, aus eigener Ernte, in den heimischen Keller, zur Beobachtung, stellen zu dürfen - ein Experiment, das in diesem Fall gerne Wagnis und Abenteuer genannt werden kann.
Vor wenigen Tagen, am 12. Januar trafen sich die Teilnehmer nochmals mit den Ergebnissen ihres Experimentes in der Verkostungsstube der Goldschmidts. Dort wurden die verschiedenen Ausprägungen der diversen Weißburgunder probiert. Das war eine Erfahrung die ich nicht missen möchte, der Eine oder Andere war geradezu „aus dem Weinberghäuschen“, dass der gleiche Grundwein so überraschend viele Nuancen aufweist. Hatten doch lediglich die Komponenten Temperatur, Hefe oder Schwefel seine Wirkungen gezeigt.
Besonders stolz macht uns die dafür verliehene Auszeichnung „Best of Wine Tourism-Award 2019“.Unter YOUTUBE kann der Leser ein Video sehen: Kultur und Weinbotschafter Rheinhessen, Best of Wine Tourism-Award 2019. Projekt „Winzer für ein Jahr“.
Die Kultur kam übrigens nie zu kurz. Mit liebevoller Unterstützung konnte die Synagoge, die Stadtmauer in privaten Räumen, der Bürgerturm, der Trullo und der Kirchturm besichtigt werden.
Ich verabschiede mich bei Ihnen mit Carl Zuckmayer aus der „Fröhliche Weinberg“: „die Darstellung des Lebens und der Liebe in diesem rheinischen, weinseligen, rauflustigen und lebensfrohen Lustspiel“ war mir ein Genuss.

Ihre Simone Merz
Kultur-und Weinbotschafterin Rheinhessen
Mitglied des Vorstands der Kultur-Initiative Pfeddersheim

Der Frühling fiel dieses Jahr fast aus: Mit schon eher sommerlichen Temperaturen bereits im Mai hatten wir eine der frühesten Rebblüten aller Zeiten. Und nach einer alten Winzerregel ist dann 100 Tage später mit der Ernte zu rechnen.

Da dann der Sommer mit Hochdruckgebieten in Serie nochmals den Turbo anschaltete, hatten wir bald einen Reifevorsprung von gut drei Wochen zum langjährigen Mittel. Einige Gewitter sorgten zwischendurch für etwas Wasser, leider aber auch für leichte Hagelschäden in einigen Weinbergen.

Jetzt, Ende Juli, sind die Trauben an den geschützt stehenden Hausreben bereits reif und auch draußen in den Weinbergen beginnen die Beeren weich zu werden. Die Hitzewelle, die zur Zeit ganz Deutschland im Griff hat, wird das noch weiter beschleunigen. Langsam wird das Wasser auch für die tiefwurzelnden Reben knapp. Wir rechnen damit, bis Ende August mit der Ernte zu beginnen.

6 Weine hatten wir zum internationalen Bioweinpreis 2018 angestellt und erhielten drei Gold- und drei Silbermedaillen.

 Mit Gold ausgezeichnet wurden:
- 2017er Pfeddersheimer Kreuzblick Chardonnay trocken
- 2017er Pfeddersheimer St. Georgenberg Gewürztraminer trocken
- 2017er Pfeddersheimer St. Georgenberg Silvaner trocken

Silber erzielte:
- 2017er Chardonnay "S"  trocken, Edition Jonas

- 2017er Pfeddersheimer St. Georgenberg Grauer Burgunder trocken

- 2017er Pfeddersheimer Kreuzblick Weißer Burgunder trocken

 Der internationale Bioweinpreis steht allen anerkannten Bioweinerzeugern offen. Die Bewertung erfolgt durch eine professionelle, geschulte Verkosterjury aus Weinfachleuten und Sommeliers nach dem 100 Punkte PAR-System, das als besonders unabhängig und rekonstruierbar gilt.

Insgesamt beteiligten sich beim Bioweinpreis 2018  Erzeuger aus 28 Ländern mit 1086 Weinen.

Urkunde SelectionMit 88,83 Punkten fehlten uns nur 0,12 Punkte auf den diesjährigen Sieger, unseren Bioland-Kollegen Winfried Seeber. Wir freuen uns riesig über Platz 2 sowohl in der Kategorie Biowinzer international, wie auch als Biowinzer Deutschlands. Außerdem wurden wir in der Kategorie Bukettweine mit unserer "Jeanette" Scheurebe trocken und dem Sauvignon Blanc trocken mit Platz 1 ausgezeichnet.