Angefangen hat alles im vorigen Frühjahr. Schauen wir kurz zurück:


Februar 2018, Jonas ist zuversichtlich seine Weiterbildung zum „Staatlich geprüften Wirtschafter Fachrichtung Weinbau und Önologie“ erfolgreich abzuschließen und möchte noch eine Stufe weiterklettern. Er bewirbt sich an der berufsbildenen Schule für Agrarwirtschaft in Bad Kreuznach zum einjährigen Vollzeitkurs, um dann die Prüfungen zum „Staatlich gegeprüfter Techniker Fachrichtung Weinbau und Önologie“ zu absolvieren. Dort wird ihm mitgeteilt, dass eine praxisbezogene Arbeit zu einem von ihm gewählten Thema Bestandteil der Prüfung ist.
Er überlegt nicht lange: Schon während seines Auslandspraktiums in Neuseeland ist ihm aufgefallen, dass der Sauvignon Blanc dort entblättert wird. Das heißt, damit die Trauben frei und luftig hängen, werden Blätter drumherum entfernt. In Deutschland ist das zwar auch gängige Praxis, aber nicht beim Sauvignon Blanc. Hier ist die Lehrmeinung, dass dadurch zuviele der grünen Aromen von Kräutern, Gras und grüner Paprika und die typisch für den Sauvignon Blanc sind, verloren gehen. Ist das wirklich der Fall? Warum haben dann die Neuseeländer trotzdem so fruchtige Sauvignon Blanc Weine? Jonas will es wissen.
Mai 2018, die Reihen im Sauvignon Blanc werden markiert: E1 wird einseitig entblättert, E2 zweiseitig, die Kontrollvariante K wird nicht entblättert.

Variante 1Variante 2KontrollvarianteEntblttern

Die anfangs deutlich sichtbaren Unterschiede verschwinden bald. Aufgrund des extrem trockenen Sommers mit hoher Sonneneinstrahlung verzichtet Jonas trotzdem auf eine zweite Entblätterung. Die Gefahr von Sonnenbrand auf den Trauben ist zu hoch.
September 2018, die Lese steht an. Um ein repräsentatives Ergebnis zu erhalten, ernten wir jeden 10. Stock in den markierten Reihen mit der Hand. Die Trauben dieses einen Stockes werden in einen Eimer gelesen und mittels einer Kofferwaage das Gewicht jedes Eimers ermittelt. So kann Jonas Aussagen über den Ertrag der jeweiligen Entblätterungsvariante treffen.

Jonas LeseJonas Lese 2Jonas Lese 3

Dann kommen die Trauben, natürlich nach Reihen getrennt, in Bütten. Jonas bringt sie nach Oppenheim ins DLR, da dort im Versuchskeller entsprechend kleine Pressen, Filter und Fässer für den Versuchsausbau vorhanden sind. Er keltert, filtriert und gibt Hefe zu.
Der Ausnahmesommer lässt vermuten, dass die Versuchergebnisse von Jonas nicht besonders aussagekräftig sein werden. Darum startet er noch einen weiteren Versuch mit seinem Sauvignon Blanc: Er schneidet bei dem inzwischen mit dem Vollernter geernteten Restreihen mehrere Eimer Rappen (so nennt der Winzer das Stielgerüst der Trauben) ab und gibt sie einem der Versuchsfässer hinzu. Nun heißt es abwarten.
Januar 2019, nun wird es spannend. Die Gärung ist beendet, die Weine haben sich geklärt. Jonas sticht den Sauvignon Blanc ab, das heißt er trennt die Hefe vom klaren Wein und nimmt erste Proben zur Verkostung. Gleichzeitig nutzt er die ruhigere Zeit, um Gliederung und erste Texte für seine Technikerarbeit zu erstellen.
Und das Ergebnis? Bleibt noch abzuwarten, wir halten Sie auf dem Laufenden!